Manche Frauen lernen früh,
sich richtig zu verhalten.
Nicht, weil sie unsicher sind.
Sondern weil Zugehörigkeit
nicht selbstverständlich war.
Anpassung wird zu Stabilität.
Verantwortung zu Sicherheit.
Funktionieren zu Normalität.
Später fühlt sich das an
wie innere Ordnung.
Tatsächlich ist es oft
eine Form von Halt,
in der das Eigene
nie wirklich gewählt wurde.
In solchen Ordnungen
entsteht oft eine große Fähigkeit,
Stimmungen zu lesen
und Erwartungen zu erfüllen.
Bedürfnisse werden zurückgestellt,
Entscheidungen angepasst,
Reaktionen sorgfältig gewählt.
Nach außen wirkt das ruhig,
stabil
und verantwortungsvoll.
Innerlich entsteht jedoch häufig
kein klares Gefühl von Ursprung,
sondern ein ständiges Ausrichten
am Außen.
Was trägt,
wird nicht gewählt,
sondern gehalten.
Dieser Raum dient nicht dazu,
etwas aufzulösen
oder zu heilen.
Es geht hier nicht um Schuld,
nicht um Ursache
und nicht um Herkunft.
Es findet keine Begleitung statt,
kein Gespräch
und keine Arbeit an Themen.
Nichts wird bearbeitet,
nichts verändert
und nichts interpretiert.
Dieser Raum
keine Erklärung
und keine Richtung.
Er dient ausschließlich dazu,
wahrzunehmen,
was bisher getragen wurde –
ohne es weiterzuführen.
Wenn das Beschriebene
als stimmig wahrgenommen wird,
muss daraus nichts folgen.
Manche belassen es
bei dieser Wahrnehmung.
Andere möchten
noch einmal ruhiger hinschauen –
ohne Ziel
und ohne Richtung.
Dafür gibt es
einen separaten Raum.
Dort wird nichts vertieft,
nichts erklärt
und nichts gelöst.
Er dient ausschließlich dazu,
wahrzunehmen,
was bisher getragen wurde –
ohne es weiterzuführen.